Einwohnergemeindeversammlung Sarnen im Zeichen von Finanzen, Planung und Kultur

21. Mai 2026

Einwohnergemeindeversammlung
Sarnen im Zeichen von Finanzen, Planung und Kultur


Die Einwohnergemeinde Sarnen hatte für das vergangene Rechnungsjahr bereits mit einem Defizit gerechnet. Dieses fiel jedoch höher aus als ursprünglich erwartet und beläuft sich nun auf rund 825'000 Franken. Den Ausgaben von gut 77,27 Millionen Franken stehen Einnahmen von 76,45 Millionen Franken gegenüber. Trotz der Entwicklung wird die finanzielle Situation derzeit nicht als kritisch eingestuft. Dennoch sollen in den kommenden Jahren gezielte Massnahmen erarbeitet werden, um den Fehlbetrag schrittweise zu reduzieren.

Besonders die Steuererträge entwickelten sich weniger positiv als geplant. Insgesamt lagen die Einnahmen aus Steuern rund 1,25 Millionen Franken unter den Erwartungen. Während die Beiträge der Privatpersonen weitgehend stabil blieben und weiterhin den grössten Anteil des gesamten Steueraufkommens von rund 50 Millionen Franken ausmachen, gingen die Erträge von Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Mehr Ausgaben für Gesundheit und soziale Sicherheit

Für den Unterhalt von Gebäuden, Strassen und den Gewässerschutz investierte die Gemeinde rund 2,62 Millionen Franken. Gleichzeitig nahmen die Ausgaben in den Bereichen Gesundheit und soziale Sicherheit deutlich zu und stiegen innert Jahresfrist um 19 Prozent. Um die Entwicklung aufzufangen, setzt die Gemeinde verstärkt auf Angebote, welche älteren Menschen ein längeres selbstständiges Wohnen ermöglichen und damit den Eintritt in Pflegeinstitutionen möglichst hinauszögern.

Zusätzliche Belastungen entstanden durch Beiträge an den nationalen und kantonalen Finanzausgleich, die zusammen über 5,7 Millionen Franken ausmachen.

Investitionen und Finanzlage bleiben stabil

Die Nettoinvestitionen für das Jahr 2025 belaufen sich auf 6,81 Millionen Franken und liegen damit unter dem geplanten Wert. Da bei der Sanierung des Gemeindehauses weniger Arbeiten umgesetzt wurden als vorgesehen, werden Ausgaben von rund 5,85 Millionen Franken ins Jahr 2026 verschoben. Aufgrund verschiedener laufender Investitionsprojekte reduzierte sich die Liquidität der Gemeinde um 4,54 Millionen Franken. Das Eigenkapital beträgt aktuell 61,31 Millionen Franken. Insgesamt werden die wichtigsten finanziellen Kennzahlen als solide bis sehr positiv beurteilt. Die Gemeinderechnung wurde genehmigt.

Nutzungsplanung wird überarbeitet

Im Zusammenhang mit der laufenden Überarbeitung der Ortsplanung soll zudem der bestehende Nutzungsplan überarbeitet und technisch aktualisiert werden. Die Gesamtrevision der Ortsplanung soll 2027 zur Abstimmung gelangen. Vorgesehen sind unter anderem Anpassungen bei Verkehrsflächen, Gebieten ausserhalb der Siedlungszonen, Seeuferlinien, Gefahrenzonen, Naturschutzobjekten sowie bei einzelnen Grundlagen der amtlichen Vermessung. Zusätzliche Kosten entstehen dadurch gemäss Gemeinde nicht. Die Bevölkerung erhält Gelegenheit zur Mitwirkung. Die vorgeschlagene Anpassung wurde von der Versammlung angenommen.

Anerkennung für Engagement

Auch personelle Entscheide standen auf dem Programm. Für die Amtsperiode 2026 bis 2030 stand zudem die Wiederwahl des Gemeindeweibels an. Der bisherige Amtsinhaber engagiert sich bereits seit 25 Jahren in dieser Funktion und prägt das Amt somit seit 2001 mit grossem Einsatz und Verlässlichkeit. Seine Bereitschaft, die Aufgabe weiterhin mit Motivation und Engagement auszuführen, wurde an der Gemeindeversammlung geschätzt. Die Wiederwahl erfolgte ohne Gegenstimme – ein deutliches Zeichen des Vertrauens und der Anerkennung für die langjährige Arbeit.

Neben den politischen Geschäften erhielt auch das kulturelle Leben Raum: das Suzuki Ensemble der Musikschule Sarnen verzauberte mit wunderschönen Geigen-Klängen und die beiden Tanzgruppen der Schule Sarnen, welche am Dance Award in Zug Podestplätze holten, brachten viel Energie und Schwung in die Gemeindeversammlung.